Di

09

Mär

2010

Die Zukunft der (Auto-)Mobilität. Antwort auf die Anfrage von KPMG, wie die "individuell nahhaltige Zukunft des Autos" aussieht

Machen wir uns nichts vor. Die Zukunft bei Automotive wird eine grüne Zukunft sein oder wir haben es nicht wirklich mit substanziellen Innovationen zu tun. Die Automobilindustrie hat seit den 1990er Jahren verschlafen, in Richtung eines postfossilen Fahrzeugkonzeptes die Weichen zu stellen. Von unseren Prognosemodellen ausgehend, die sich auf Megatrends stützen (also die relevanten Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft innerhalb der nächsten rund 30 Jahre) ist von Folgendem auszugehen:

1.) Individualisierung und Neo-Ökologie

In den nächsten Jahren muss eine Balance zwischen zwei substanziellen Anforderungen gefunden werden: der Individualisierung des Fahrens (was nach wie vor in unserer Mobilitätskultur nicht wegzudenken ist) und den Anforderungen der Neo-Ökologie.  

 

2.) Postfossiler Mobilitätskonsum

Viele Menschen beginnen jetzt erst über Kosten und Konsequenzen ihrer Mobilität nachzudenken. Sie merken erst jetzt, dass sie Mobilität "konsumieren". Dieser konsequenzenreiche Mental Shift  stellt Automobilität gleichzeitig in Frage und sucht nach neuen Wegen. Die wichtigsten Innovationen bei Automotive werden m. E. deswegen auch hier ansetzen: dem Nutzer das Gefühl eines nachhaltigeren, smarten Mobilitätskonsums zu geben. Dazu gehören: Downsizing der Fahrzeuge, die gleichzeitig ökologisch "intelligenter" werden, neue Sharing-Modelle, mit denen einige Leihfirmen bereits begonnen haben. 

 

3.) Ein neuer gesellschaftlicher Ort für das Auto

Grundsätzlich geht es, bedenkt man die Zukunft des Autos, darum: Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden wir einen Bedeutungsverlust des PKW in unserer Kultur erleben, der längst schon eingesetzt hat. Gerade bei jüngeren Generationen lässt sich das deutlich ablesen. Automobilität wird "pragmatisiert", es wird Teil eines komplexen Mobilitätsmixes. Junge urbane Eliten brauchen keinen benzingeschwängerten Fuhrpark mehr, sondern Mobilitätsoptionen. Sie nutzen Autos anders als ihre Eltern, sie leihen Autos auch vollkommen anders als der klassische Firmenkunde. 

 

4.) Auto als Vehikel der Sinnmärkte

Das sind die großen Herausforderungen bei Automotive: Weniger was an Entertainment drinne ist, hat Bedeutung - vielmehr wie das Auto an einem neuen gesellschaftlichen Ort eine neue Bedeutung nach außen bekommt. Wer das am ehesten begreift, wird in den nächsten Jahren den Markt machen.

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