Mo
09
Nov
2009
Zukunft der Mobilität, Zukunft der mobilen Lebensstile. Eine Studienkooperation zum Thema Automobilität mit Arthur D. Little
Das wäre bei der ganzen Terminhatz in den vergangenen Wochen fast untergegangen. Ich wollte noch einmal auf die Mobilitätsstudie aufmerksam machen, die wir zusammen mit Arthur D. Little erarbeitet haben. Vier Punkte halte ich darin für absolut wichtig und zukunftsweisend:
1. Zwei widerstreitende Megatrends in Einklang bringen
Zwei Megatrends führen den Mobilitätsmarkt in die postfossile Ära: Neo-Ökologie und Individualisierung. Die Herausforderung besteht in den nächsten Jahren darin, die beiden Megatrends, die eine konterkarierende Wirkung haben (Individuelle Freiheit für den freien Bürger führt zu einer fatalen Umweltbilanz), in zielführende Strategien umzusetzen. Anders gesagt: Wir werden auch über 2020 hinaus den Spaß an individueller Automobilität nicht verlieren, allerdings brauchen wir dafür vollkommen neue Antriebskonzepte und einen „postfossilen Fuhrpark“.
2. Mobile Lifestyles in der Wohlstandswelt
Auf den Triade-Märkten (Europa, Asien, Nordamerika) werden sich bis 2020 völlig neue Mobilitätstypen herausbilden:
- Greenovator: Der Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS) verändert den Mobilitäts-Konsum
- Family Cruiser: Die neue Vielfalt der Gemeinschafts-Mobilität
- Silver Driver: Die neue Freiheit der grauen Erlebnisgeneration
- High-frequency Commuter: Zeitgeplagte Alltagspendler
- Global Jet Setter: Hoher Mobilitäts-Aufwand, hoher Servicebedarf
- Sensation Seeker: Die Spaßgesellschaft auf vier Rädern lebt weiter
- Low End User: Auto-Mobilität wird zum Rechenexempel
Wie sich das Mobilitäts-Management auf den Emerging Markets entwickelt, findet Ihr ebenfalls in der Studie.
3. Die Herausforderungen für die Hersteller
Grundsätzlich stellen diese neuen Mobilitätstypen die folgenden veränderten Anforderungen an die OEMs (Original Equipment Manufacturer):
- Es gibt bis in das 2020 und darüber hinaus einen global steigenden Mobilitätsbedarf bei weiterhin steigenden Unterhaltungskosten (Total Cost of Ownership)
- Präferenzen-Shift: Die Kunden von morgen schauen auf neue Produktqualitäten: Downsizing, Convenience, Öko-Effizienz.
- Es wird eine wachsende Nachfrage nach Autobesitz und ein steigendes Bedürfnis nach alternativen Nutzungsmodellen entstehen
- Es entsteht eine erhebliche nachfrage nach Service und Support, nicht nur um das Auto herum, sondern in der umfassenden Bewältigung des persönlichen Mobilitätsaufkommens.
4. Die Geschäftsmodelle der Zukunft
Die Mobilitäts-Bedürfnisse der Kunden unterliegen derzeit einem dramatischen Veränderungsprozess, in dem die Anforderungen an Mobilität und der Stellenwert des Fahrzeugs völlig neu definiert werden. Von nachhaltigen Antrieben, geringen Anschaffungskosten, flexiblen Besitzmodellen und umfassenden Dienstleistungen stellt der Kunde Ansprüche, die durch die heutigen Geschäftsmodelle und Produktportfolien der OEMs nicht vollständig bedient werden können. Die Schere zwischen Marktangebot und Mobilitäts-Bedürfnis droht bis 2020 noch weiter auseinander zugehen – Wachstumsraten wie vor der Krise erscheinen vor diesem Hintergrund wenig realistisch. Daraus resultieren vier neuen Geschäftsmodelle, wie in der Grafik dargestellt. Grundtenor dieses Wandels der Geschäftsmodelle: Bedeutungsverlust des Mobilitätsträgers PKW (Diesel, Benzin), Primat von Mobilitätsdienstleistungen gegenüber Fahrzeugbesitz.
Wie das automobile Geschäft der Zukunft aussieht
