Mi
30
Sep
2009
Wie sich die Buchverlagslandschaft neu erfindet: Das Zeitalter der analog-digitalen Literatur beginnt
Gestern haben wir über Serious Gaming berichtet. Spielen, das zeichnet sich seit einigen Jahren ab, wird in den nächsten Jahren das Lernen und Arbeiten verändern. Und während die Games bei den Nutzer längst ein Massenmarkt geworden sind, beschäftigt sich - speziell die deutsche - Öffentlichkeit noch damit, ob Games unsere Kinder zu Amokläufern machen. Heute geht es um ein uraltes und gleichzeitig hochaktuelle Medium: das Buch. Kaum einem Produkt wurde so oft das Totenglöcklein geläutet wie dem Buch. Hierzulande schießen gerade kleine und kluge Buchverlage aus dem Boden. In diesem Aufbruchsklima fürchtet sich niemand vor dem e-Book. Die Digitalisierung wird von diesen Verlagen mit Jubel angenommen. Zwischen 2004 und 2008 ist zwar die Zahl der in der Buchbranche
Zwischen 2004 und 2008 ist zwar die Zahl der in der Buchbranche arbeitenden Menschen um 5 % zurückgegangen, dafür wuchsen die Umsätze um mehr als 12 % (Quelle: Destatis 2008). Zwei Drittel der insgesamt 150.000 Besucher der Leipziger Buchmesse 2008 waren Privatbesucher. Schon jetzt ist die Creative Economy der drittwichtigste Arbeitgeber in Deutschland.
Wie sieht die Zukunft der Literatur konkret aus? Die neuen Verlage heißen Verbrecherverlag, Blumenbar, Onkel und Onkel, kookbooks, Lilienfeld. oder Luftschacht. Die Internetbuchhandlung www.tubuk.com (Motto: „Nicht jedes Buch“) bündelt diese Verlage, deren Namen an alles mögliche denken lassen, nur nicht an den klassischen Verleger-Patriarchen, im Netz. Der Berliner Verbrecherverlag setzt stark auf den Megatrend Digitalisierung und gleichzeitig auf die gute alte Buchclub-Idee: „Wenn Sie Verbrecher Verlag-Clubmitglied werden und sechs von diesen zehn Büchern direkt auf unserer Website kaufen (bequem mit Bankeinzug), erhalten Sie nach den ersten 12 Monaten als Prämie gratis einen neuen Erzählungsband...“ Fazit: Literatur entkoppelt sich endgültig vom „nur“ gedruckten Buch und tritt in die digitale Ära ein.
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