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16
Sep
2009
Sinnmarkt # 5: Der Markt des Genusses und der Körperlichkeit, Teil 1: Was ist „kollaborativer Genuss“?
Das aktive Selbst steht zukünftig nicht nur bei medizinisch-therapeutischen Prozessen im Vordergrund, es berührt auch längst Gastronomie und Genusserleben, also ebenfalls vitale Lebensqualitätssegmente. Bestes Beispiel hierfür ist die Vielzahl an Selbsternte-Angeboten, die auch um zentrale Motive der Sinnmärkte kreisen: die Außerkraftsetzung der Mediatoren, der Händler und Zwischenhändler, der direkte Kontakt zwischen dem Selbst und dem Produkt sowie die Aufwertung des Konsumenten als Produzenten.
Dagegen scheint das Innovationsfeuerwerk im Lebensmitteleinzelhandel die sinnsüchtigen Konsumenten immer weniger zu erreichen. Bereits 70 Prozent aller neu eingeführten Food-Artikel sind nach einem Jahr nicht mehr in den Ordersätzen des Handels zu finden
Das entspricht einem Fehlinvestment von zehn Milliarden Euro, lautet das Ergebnis des GfK-Consumer-Scans zu Produktflops. Der wahre Genuss mit Zukunft besteht in der Kollaboration zwischen Hersteller und Nutzer, feste Rollenzuweisungen verschwimmen. Einige Beispiele zu den Kollaborationsprodukten:
* Vom bräsigen Konsumenten zum smarten Teilhaber: Der Trüffelzins der Confiserie Burg Lauenstein lockt Genussmenschen und Geschäftstüchtige an. Die Confiserie Burg Lauenstein in Ludwigsstadt im nördlichen Bayern hat den „Trüffelzins“ erfunden. Rund vier Kilo Pralinen pro Jahr gibt es bei einer Einlage von 2.000 EUR (Mindestanlage), was einer Verzinsung von 8,5 % pro Jahr entspricht. Der Genussschein hat eine Laufzeit von drei Jahren. Wer aber lieber Geld auf seinem Konto sehen will, erhält eine Verzinsung von 4,5 % p.a.
* Genussscheine, die halten, was sie versprechen: Die Paul Langbein GmbH aus Bremerhaven hält für ihre Genussscheininhaber jedes Jahr ausgesuchte Fischdelikatessen bereit. Vom Weingut Sybille Kuntz (Lieser an der Mosel) erhalten Anleger 7,5 % Weinzins. Die Mindesteinlage für die Genussscheine beträgt 2.500 EUR. Der Zins wird in Form von 24 Flaschen ausgeschüttet. Die Laufzeit der Genussscheine beträgt fünf Jahre. Beim Winzer Busch wird eine noch bessere Rendite versprochen. Für eine Genussscheineinlage von 90 Euro erhält der Kunde 15 Flaschen Wein zurück. Dies entspricht umgerechnet einer Rendite von ca. 25 % p.a.
* Selbsternten ohne Garten: Eine Parzelle mit 100 qm (50 qm) Größe und ca. 30 Gemüsesorten, Kräutern und Blumen kostet bei dem Münchner Anbieter pro Saison (Mai bis November) 220 EUR (120 EUR) Pacht. Die Ernte entspricht einem Wert von 600,- bis 700,- Euro (nach Berechnungen der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen) und deckt den Gemüsebedarf einer vierköpfigen Familie. Folgende Sorten werden im April des Jahres u.a. angepflanzt: Kopfsalat, Kürbis, Zuckermais, Fenchel, Zwiebeln, Petersilie, Tomaten, Kartoffeln, Dill, Zuchini.
* Frühkäufer garantieren den Fortbestand: Vorverkauf – Subskription. Die Winzer aus Bordeaux machen es seit vielen Jahren vor. Sie verkaufen den Wein, lange bevor er in Flaschen abgefüllt und ausgeliefert wird, über ein Händlernetz. Probieren dürfen nur ausgewählte Großhändler und Experten, der Endverbraucher muss auf deren Urteil vertrauen. Seit vielen Jahren haben auch deutsche Winzer diese Form der Vorfinanzierung entdeckt. Mövenpick Weinland setzt z. B. bis zu 90 Prozent bestimmter Weine im Vorverkauf ab.
* Sinnstiftende und genussvolle Kooperationen: Weinpatenschaften – Weinpacht. Noch einen Schritt weiter gehen Winzer, die eine Rebstockpatenschaft anbieten. Dabei pachtet der Kunde einen Stock für eine bestimmte Zeit und wird mit Wein entlohnt. Die normale Laufzeit dieser Verträge liegt bei zehn Jahren. Dafür verlangt der Winzer vom Käufer zwischen 100 und 150 EUR, der Kunde erhält im Gegenzug eine Flasche pro Jahr. Für viele Winzer sind diese Patenschaften ein Verkaufsschlager. Einzelne Winzer haben so bis zu 1.000 Patenschaften verkauft. Die allermeisten Patenschaften werden dabei als Geschenk gekauft. Zwei Winzer, die damit besonders erfolgreich arbeiten: Weingut Franzen und Balthasar Ress.
1 Kommentar
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#1
Hallo,
habt Ihr mal nach Verlgeichsangeboten zu einer Rebstockpatenschaft gesucht? Ich habe das mal gemacht und zu meinem Erstaunen liefert Google über 4000 Suchergebnisse zu dem Suchbegriff “Rebstockpatenschaft”. Nachdem ich die ersten Seiten durchforstet hatte, blieben unterm Strich über 20 Anbieter übrig. Da hat der Kunde die Qual der Wahl.
Genau an dieser Stelle setze ich mit meinem großen Rebstockpatenschafts-Vergleich an, um die Auswahl für zukünftige Paten einfacher zu gestalten.
Schau mal vorbei: http://blog.besondere-geschenk.de/geschenke/rebstockpatenschaften-der-vergleich
Grüße,
Der Geschenkideen-Finder 